| Stadtwappen Winsen an der Luhe | Geographische Lage |
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| Bundesland: | Niedersachsen |
| Landkreis: | Harburg |
| Koordinaten: | 53° 22′ N, 10° 13′ O |
| Höhe: | 5 m ü. NN |
| Fläche: | 109,55 qkm |
| Einwohner (Stand 31.12.2006): | 33.336 |
| Bevölkerungsdichte: | 304 Einwohner je qkm |
| Postleitzahl: | 21423 |
| Vorwahl: | 04171 |
| KFZ-Kennzeichen: | WL |
| Gemeindeschlüssel: | 03 3 53 040 |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Schloßplatz 1 21423 Winsen (Luhe) |
| Webpräsenz: | » www.winsen.de |
Lage
Winsen (Luhe) ist die Kreisstadt des Landkreises Harburg in Niedersachsen, Deutschland. Sie ist nach Buchholz in der Nordheide die zweitgrößte Stadt des Landkreises Harburg und gehört zur Metropolregion Hamburg.
Sie befindet sich als Mittelzentrum in der Lüneburger Heide am Fluss Luhe (Ilmenau) zwischen den Oberzentren Lüneburg (20 km) und Hamburg (30 km).
Geschichte
Bis 1933
Die Aufschüttung der Luhe diente früh als Pass der Heerstraße, die den Norden mit dem Süden verband und begünstigte die Entwicklung des Ortes. Die Nähe der Landesgrenze gefährdete diese jedoch. Am 21. Mai 1158, unter der Regentschaft des Welfen Heinrich der Löwe wurde Winsen erstmalig in einer Urkunde des Stifts Bardowick als Winhusen erwähnt, dass den Zehnten ans Stift abführen müsse. Zur Sicherung des freien Verkehrs und zum Schutze vor Einfällen errichteten die Landesfürsten eine Wasserburg. Sie wurde 1299 erwähnt, ist aber schon einige Jahrzehnte zuvor entstanden. Denn bereits 1233 löste sich auf Veranlassung der Herzogin Helene aufgrund der Existenz der Burg die kleine Filialkirche von der Gemeinde St. Gertrud in Pattensen. 1371 wurde nach der Zerstörung der herzoglichen Burg auf dem Lüneburger Kalkberg der Sitz der Obervogtei nach Winsen verlegt. 1400 erbauten die Franziskaner die gotische Marienkirche. 1503 bestand das Amt Winsen. Ein Amtmann verwaltete damals ein Gebiet, das über die heutigen Kreisgrenzen weit hinausging. 1527 wurde die Stadt lutherisch. 1593−1617 erhielt das Schloss und das Amt unter Herzogin Dorothea ihre heutige Gestalt. Dazu gehört auch der 1599 fertiggestellte Marstall. Nach 1617 ist Schloss Winsen Sitz der Verwaltung des Amtes später des Kreises Winsen (bis 1932), seit 1852 auch Sitz des Amtsgerichtes (bis heute). 1637 wurden die Befestigungen abgetragen, die die Stadt umgaben und einschnürte. Die Menschen lebten als Ackerbürger in niedrigen Häusern, die dicht an dicht mit dem Giebel zur Straße standen. Brände verwüsteten wiederholt große Teile des Ortes. Es gab Handwerksbetriebe, Schiffs- und Fuhrleute schlossen sich in Ämtern zusammen, Krüge und Herbergen lebten vom Durchgangsverkehr. Die wirtschaftliche Basis bildete jedoch lange Zeit eine Tätigkeit bäuerlicher Art. 1792 wurde in der Schmiedestraße der berühmteste Sohn der Stadt, Johann Peter Eckermann, geboren. Nachdem er seine Kinder- und Jugendjahre in seiner Heimatstadt verbrachte, gelang er über viele Stationen... 1823 ... nach Weimar als Mitarbeiter und Vertrauter von Goethe. Hier erlebte er die letzten neun Lebensjahre Goethes als „strahlender Schatten“ und gewann seinen festen Platz in der Literaturgeschichte durch seine „Gespräche mit Goethe“ und seinen treuen Dienst für den Dichterfürsten über dessen Tod hinaus. 1847 wurde Winsen an das Eisenbahnnetz angeschlossen. 1858 entstanden die ersten Gewerbeanlagen wie die Papierfabrik Eppen.
1890 Eintrag in Meyers Konversationslexikon 1890: Winsen (W. an der Luhe), Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Lüneburg, an der Luhe, unweit ihrer Mündung in die Ilmenau, und an der Linie Lehrte-Harburg der Preußischen Staatsbahn, 8 m ü. M., hat eine evang. Kirche, ein Schloß, ein Amtsgericht, eine Oberförsterei, Tabaks- und Zigarren-, Papier- und Kunstwollfabrikation, Bierbrauerei, Branntweinbrennerei, Schiffahrt, lebhaften Handelsverkehr mit Hamburg und (1885) 2973 fast nur evang. Einwohner.
1925 wird Otto Telschow Gauleiter der NSDAP und damit auch für Winsen zuständig.
1932 Am 23. April spricht Adolf Hitler auf einer Kundgebung im Rahmen des Wahlkampfes zum Preußischen Landtag in der Winsener Viehhalle. Bei der Landtagswahl am 24. April erhält die NSDAP 162 Mandate, 153 mehr als bei der vorherigen Landtagswahl
Bei den Reichstagswahlen vom 31. Juli erhält die NSDAP im Wahlkreis 15, Osthannover, zu dem auch Winsen gehört, 49,5 % der Wählerstimmen.
Während der NS-Zeit
1933 wurden in Scharmbeck eine Hitler-Eiche gepflanzt und ein Hitler-Stein aufgestellt.
Am 9. November 1938 wird in Winsen im Rahmen der Reichspogromnacht das einzige jüdische Geschäft beschmiert, nicht aber zerstört.
In Borstel gab es während der Kriegsjahre ein Zivilarbeitslager.
Nachkriegszeit
- 19. April 1945: Einnahme Winsens durch britische Truppen. Im Mai lässt sich die 505. Militärregierung der britischen Besatzungsmacht unter Führung von Major Alan Seddon in der Bahnhofstraße nieder.
- Ab 1950: Nach dem 2. Weltkrieg wurde die vorliegende Struktur vornehmlich durch die verkehrsgünstige Lage zur Entlastung Hamburgs geprägt.
- 1954: Einweihung des Eckermann-Denkmals auf dem Kirchplatz.
- 1962: Winsen wird Standort des Bundesgrenzschutzes
- 29. November 1992: Brandanschlag auf das Asylbewerberheim in Winsen
- 1999: Der Bundesgrenzschutz-Standort Winsen wird aufgelöst.
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Politik
Bürgermeister
Am 12. September 2004 fand die erste Direktwahl eines hauptamtlichen Bürgermeisters statt. Dabei wurde die parteilose, von CDU, FDP und SPD unterstützte, Angelika Bode knapp mit 51,73 % gewählt. Der Gegenkandidat Oliver Berten (Freie Winsener) erreichte 48,27 %. Die fünfjährige Amtszeit der neugewählten Bürgermeisterin begann am 1. Juli 2005.
Neben der hauptamtlichen Bürgermeisterin gibt es zwei weitere (vom Stadtrat gewählte) Bürgermeister, die die Bürgermeisterin in ihren protokollarischen Aufgaben unterstützen und vertreten. Die Leitung der Verwaltung bleibt der hauptamtlichen Bürgermeisterin vorbehalten.
Wirtschaft
Im Stadtgebiet sind Unternehmen aus den Bereichen Holz-, Maschinen- und Fahrzeugbau, der Nahrungsmittelherstellung, der Erzeugung pharmazeutischer Produkte, Logistikdienstleistungen sowie Verwaltung und Handel ansässig.
In der Winsener Innenstadt gibt es einen erheblichen Leerstand an Einzelhandels-Immobilien. Trotzdem wurde im Rahmen einer Konversion der ehemaligen BGS-Kaserne ein großflächiges Einkaufszentrum Luhepark mit einem Gründerzentrum und einem Fachmarktzentrum mit Warenhaus famila (famila Nordost-Gruppe) gebaut. Dieses Einkaufszentrum verschärft die Einzelhandelskrise in der Innenstadt zusätzlich. Im Luhepark wurden gleichfalls 150 Wohneinheiten in Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäusern erbaut.
Größte Arbeitgeber sind die Behörden des öffentlichen Dienstes mit über 1.500 Beschäftigten. Dazu zählen unter anderem Kreisverwaltung, Finanzamt, Katasteramt, Amtsgericht, Kreiskrankenhaus, die Außenstelle der Arbeitsagentur Lüneburg sowie Geschäftsstellen der Krankenkassen AOK, BEK, DAK und IKK.
Die zwei größten gewerblichen Unternehmen haben mehr als 200 Arbeitnehmer. Bekannte Unternehmen sind die Firma Feldbinder Spezialfahrzeuge (LKW-Auflieger), der Konfitürenhersteller Winsenia und der Pharmahersteller Dr. Loges.
Insgesamt leben rund 13.000 erwerbsfähige Personen im Stadtgebiet. Die Arbeitslosenquote betrug im Februar 2007 7,4%.
Infrastruktur
Autobahnen
Winsen ist an die Autobahnen A1 und A7 über die A250 angebunden.
Öffentlicher Personenverkehr (ÖPV)
Winsen liegt an der Bahnstrecke Hamburg–Hannover. Der Bahnhof Winsen wird durch Nahverkehrszüge der Deutschen Bahn (Hamburg – Lüneburg) und der metronom Eisenbahngesellschaft (Bremen – Hamburg – Uelzen – Göttingen) bedient. Winsen ist kein Haltepunkt im Fernverkehrsnetz der Bahn, die nächstgelegenen Fernbahnhöfe befinden sich in Lüneburg und Hamburg. Behindertenverbände kritisieren, dass der Bahnhof Winsen wegen fehlender Barrierefreiheit nur eingeschränkt von Behinderten genutzt werden kann. Zudem wird kritisiert, das am Bahnhof Winsen mit seinen bestehenden 270 Stellplätzen zu wenig Pendler-Parkplätze (Park-and-Ride) zur Verfügung stehen. Auch wird das Fehlen abschließbarer Fahrradständer in ausreichender Anzahl bemängelt.
Mehrere Buslinien mit stündlich oder seltener fahrenden Linien erschließen das Stadtgebiet und das Umland. An Sonn- und Feiertagen findet kein Busverkehr statt. Träger der Busverkehre ist die "Kraftverkehr GmbH" (KVG), deren Gesellschafter die Verkehrsunternehmen Osthannoversche Eisenbahnen (OHE) mit Sitz in Celle und Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (EVB) in Zeven) sind. Außerhalb dieser Zeiten fährt ein Anruf-Sammel-Mobil in Trägerschaft der Stadt.
Seit dem 12. Dezember 2004 ist Winsen als Teil des Landkreises Harburg gemeinsam mit dem Landkreis Lüneburg in den Hamburger Verkehrsverbund integriert.
An den europäischen Fernbuslinien-Verkehr ist Winsen über den Berlin Linien Bus mit täglich einer ankommenden bzw. abgehenden Verbindung angeschlossen.
Touristischem Bedarfsverkehr dient die Museumseisenbahn Soltau – Bispingen – Winsen – Bleckede.
Wasserstraßen
Als nahe Wasserstraßen dienen die Elbe und der Ilmenaukanal dem Transportwesen.
Die Auto-Elbfähre Zollenspieker Fähre mit Anleger in Hoopte verbindet Winsen mit dem südlichen Hamburger Bezirk Bergedorf.
Ein bedeutender Fluss für Winsens Natur ist die Luhe – einer der saubersten Flüsse Deutschlands. Die Luhe entspringt in der Nähe von Bispingen, ehe sie südlich von Putensen die Grenze zum Landkreis Harburg erreicht. Vorbei am Ort Luhmühlen über Garstedt erreicht der Flusslauf Winsen. Die Luhe durchfließt das gesamte Stadtgebiet. Im unteren Flusslauf fließt sie in die Ilmenau. Abgesehen von der Sportschifffahrt ist die Luhe nicht schiffbar.
Flugverkehr
Die Flughäfen Hamburg-Fuhlsbüttel und Lübeck binden Winsen an das internationale Lufverkehrsnetz an.
Auf dem Gelände des Krankenhauses Winsen befindet sich ein Landeplatz für Rettungshubschrauber.
Güterverkehr
Das Schienennetz der Osthannoverschen Eisenbahn wickelt den Eisenbahngüterverkehr in Winsen ab. Durch Winsen wird auch ein großer Teil der Güterzüge der DB geführt im Verkehr zu den Nord- und Ostsee-Häfen und zum Rangierbahnhof Maschen. Da der Güterverkehr die zweigleisige Strecke zwischen Stelle und Lüneburg übermäßig belastet, ist der Bau eines dritten Gleises im Bundesverkehrswegeplan vorgesehen und eoll 2008 begonnen werden.
Kultur- und Sehenswürdigkeiten
Bemerkenswerte Bauwerke
Das Winsener Schloss an der Luhe ist das Wahrzeichen der Stadt. Das Schloss wurde urkundlich erstmals 1299 erwähnt, entstanden ist es um 1230. Es war seit 1593 der Altersruhesitz von Herzogin Dorothea von Braunschweig-Lüneburg,Tochter des dänischen Königs Christian III., Witwe von Herzog Wilhelm der Jüngere vom Braunschweig-Lüneburg. Nach dem Tod der Herzogin 1617 wurde das Schloss Verwaltungssitz.Heute ist das Schloss Sitz des Amtsgericht
Der Marstall war die Stallung des nahegelegenen Schloses. Heite beherbergt der Marstall das Museum und die Stadtbücherei.
Weitere sehenswerte Bauwerke sind das historische Rathaus, die St. Marien-Kirche und das Hospiz St. Georg mit Kapelle.
Denkmale
Auf dem Kirchplatz steht das durch die Stadt Winsen 1954 anlässlich seines 100. Todestages errichtete Eckermann-Denkmal. Am Eckermann-Denkmal wird alljährlich Eckermanns Geburtstag mit einem Heidekranz gedacht, für dessen Beschaffung Schüler der Winsener Johann-Peter-Eckermann-Realschule sorgen.
Winsen verfügt seit 11. Oktober 1829 über einen sehenswerten "Waldfriedhof" in Trägerschaft der lutherischen St. Marien-Kirchengemeinde. Nach Erweiterungen im Jahre 1958 umfasst der Friedhof heute ca. 5,2 ha. Er wird von einer Mauer aus Feldsteinen umschlossen und verfügt über einen uralten Baumbestand.
Im Jahre 1931 wurden auf dem Friedhof als Gefallenendemkmal nach dem Entwurf von Willi Pahl fünf ca. 8 m hohe Säulen aus rotem Backstein errichtet, die mit beschrifteten Tafeln verbunden sind mit dem Text: Den Opfern des Weltkrieges - Aus der Stadt Winsen Luhe - Zur Erinnerung erbaut - In der schweren Notzeit 1931
Die Säulen tragen die Jahreszahlen 1914 bis 1918. Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges wurden 1958 zwei zusätzliche Säulen rechts und links errichtet, die die Jahreszahlen 1939 und 1945 erhielten. An diesem Gefallenendenkmal findet die jährliche Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag statt. 101 Kriegsgräber mit Steinkreuzen finden sich in der Nähe des Denkmals, u.a. fand hier der General der Artillerie Dr.-Ing. h.c. Kurt Waeger seine letzte Ruhe. Am Denkmal erfolgen jährlich zum Volkstrauertag Kranzniederlegungen im Gedenken an die Opfer der Kriege.
Am östlichen Friedhofsgeländes befinden sich weitere Gräber von 14 Kriegsopfern (das jüngste wurde 6 Jahre alt) sowie ein Massengrab für 14 unbekannte russische Zwangsarbeiter.
In der St. Marien-Kirche befindet sich in einem Extraraum (Ehrenhalle oberhalb der Orgel) ein Nagelbrett mit Eisernem Kreuz und Wappen, eine Marmortafel mit Namen der 1870/71 Gefallenen sowie Holztafeln der Gefallenen des Ersten Weltkrieges.
Museen
Im Marstall befindet sich das Heimatmuseum mit einer ständigen Ausstellung zu Johann Peter Eckermann.
Stadtbücherei
Ebenfalls im Marstall befindet sich die Stadtbücherei mit ca. 45.000 Medien. Ein besonderer Service der Einrichtung: Älteren, kranken oder behinderten Menschen in Winsen werden einmal im Monat Bücher kostenfrei nach Hause geliefert. Immerhin gibt es Leser, die bis zu 90 Jahre alt sind.
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Medien
Dominierende Tageszeitung in Winsen ist der Winsener Anzeiger. Daneben erscheinen das Hamburger Abendblatt und die Harburger Anzeigen und Nachrichten mit einem eigenen Lokalteil. Weiterhin werden kostenlos und flächendeckend die Werbezeitungen Wochenblatt Elbe + Geest und Wochenblatt Marsch und Heide an die Haushalte verteilt.
Quellen : www.wikipedia.de





